Vom Schwitzeschweiß nicht mehr denn Alltag bestimmen lassen (Hyperhidrose)

Shownotes

Ich kenne das mit dem vermehrten Schwitzen, ich bin nämlich auch betroffen und mag in dieser Folge angesammeltes Wissen und vor allem Tipps zur Linderung mit dir teilen.

Kommentare (1)

A. Dinkel

Hallo, schön, dass du das Thema öffentlich machst! Sehr gut, wie offen du damit umgehst! Ich habe selbst Hyperhidrose und etwas Hochsensibles. Wir haben also einiges gemeinsam. Bei der Behandlung der Hyperhidrose bin ich jedoch ganz anderer Meinung. Habe alles durchprobiert, auch Ursachenforschung. Bei einer starken, primären Hyperhidrose, wie ich sie habe, ist der Akzeptanz-Weg über die Psychologie etc. überhaupt nicht 'easy'. Denn es geht nicht nur um Scham andern gegenüber, sondern auch um die gestörte Sensorik - wenn im Winter die Hände usw. schwitzen, ist mir einfach auch ganz kalt. Ständiges Unwohlsein. Im Alltag rutschen mir die Dinge durch die Hände: entweder ich kralle mich an den Dingen fest, oder ich berühre gar nichts mehr. Akzeptieren geht, aber nicht lange. Wenn man sich über Stunden, über Tage immer wieder sagen muss, es sei nicht so schlimm, obwohl es schlimm ist, wird man irgendwann verrückt (toxische Positivität?). Der Ratschlag meines Psychologen, mich mit der Hyperhidrose anzufreunden, war eher kontraproduktiv. Er wollte auch immer über meine Kindheit reden, hat mir geholfen, aber im Grunde war es Symptombehandlung. Mein Problem war nicht ein Trauma, sondern eben genau die Hyperhidrose. Die Ursache meiner Probleme war die Hyperhidrose, nicht umgekehrt. Man spricht heute viel über Psychosomatik, und vergisst dabei, dass es auch in die andere Richtung geht. Der Körper als Ursache für Stress und nicht umgekehrt. Hyperhidrose selbst ist Stress. Wie gesagt, habe alles durchprobiert. Mir hat die Symptombehandlung, also direkte Behandlung des Schwitzens, viel mehr geholfen. Am Ende die Schwitz-OP, die ETS. Habe mir die verantwortlichen Nervenbahnen blockieren lassen. Das klingt gerade für HSP erstmal ziemlich krass. Und es kann auch sehr krass sein, wenn die Chirurgin/der Chirurge inkompetent ist (was anscheinend ziemlich häufig vorkommt). An der richtigen Stelle mit der nötigen Präzision operiert, verringert sich das Risiko des berühmt-berüchtigten Kompensationsschwitzens jedoch enorm: http://www.chirit.com/de/chirurgie-des-sympathischen-nervensystems. Und psychische Folgen habe ich, soweit ich das beurteilen kann, nicht (die hat man bei der Durchtrennung des falschen Nervs TH2). Bzw. doch: Viele psychische Nebenwirkungen der Hyperhidrose sind jetzt weg! Man spricht ja gerade in sensiblen oder alternativen Milieus ziemlich viel über Nebenwirkungen von Therapien, vergisst dabei aber, dass auch eine unbehandelte Krankheit enorme Nebenwirkungen haben kann. Wie gesagt, danke fürs Thema und den offenen Umgang! Akzeptanz und Achtsamkeit können helfen. Ich möchte einfach anmerken, dass alle, die sich damit nicht befreien können keine Schuldgefühle haben sollen. Das ist ja oft die Kehrseite einer missglückten Achtsamkeitsübung: Man hat nicht nur das Problem, sondern fühlt sich auch noch schuldig dafür. Eine starke, primäre Hyperhidrose ist unbehandelt sehr, sehr schwer zu akzeptieren. Dann noch lieber Ablenkung als Achtsamkeit. Wenn man mit Achsamkeit nicht weiter kommt, verschlimmert sich das Problem durch die dauernde Fokussierung nur noch. Es gibt aber Therapien (auch Aluminium ist evtl. nicht so gefährlich wie sein Ruf: https://schwitzen.com/ratgeber/schwitzen/antitranspirante/eu-kommission-stellt-sicherheit-von-antitranspiranten-fest/) P.s. Danke für den couragierten Podcast!

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